LIVE REVIEW – GEBÄUDE 9 – ALTERNATIVMUSIK

Kensington – 31.01.2015, Köln Gebäude 9
by Alexander Mann

Wir waren schon etwas vor Beginn im Gebäude 9, um vorab zum Konzert noch ein Interview mit der Band zu führen. Nachdem diese sich als sehr offen und freundlich bewiesen hatte, waren wir gespannt darauf, wie sich Kensington auf der Bühne schlagen würde. Die Vorband war Hurricane Dean, eine Band, die ihre Musikrichtung als Bright Wave bezeichnet: eine Mischung aus New Wave und Indie, stilistisch sehr passend zum Hauptact. Da geschätzte 80% der Besucher aus den Niederlanden kamen, sprach der Sänger der Band während des Konzertes auf Englisch und hätte ich nicht gewusst, dass die Band aus Deutschland kommt, hätte ich sie anhand der Musik wohl der Insel zugeordnet. Als Warm-Up für die Utrechter Gruppe also wunderbar geeignet, hat Hurricane Dean das Publikum von sich überzeugt.

Dann in der Umbaupause zeigte Kensington bereits, was für eine Art Band sie sind, als sie ihren Soundcheck und das Setup der Bühne komplett selbst in die Hand nahmen. Dann ging es los. Um die Reaktion des Publikums zu verstehen, muss man wissen, dass sie in ihrem Heimatland momentan als die größte Band gelten, was sich mit der Auszeichnung „Beste niederländische Band“ bei den 2014er MTV Awards begründen lässt. Diese Band in einem kleinen Club zu sehen, ist für Niederländer also eine echt besondere Sache, das merkte man selbst weiter hinten. Als erstes Lied wurde All For Nothing gespielt, der Leittrack des aktuellen Albums und erst nach ein paar weiteren Liedern sprach die Band das Publikum an, machte Witze und animierte alle zum Feiern. Sehr natürlich spielten Kensington ihr Set, hatten sichtbar Spaß an sich, ihrer Musik und dem Publikum. Ohne jegliche Showeffekte lag der Fokus auf der Musik. Das komplette Album Rivals wurde gespielt, dazu noch eine Handvoll Songs der beiden Vorgängeralben, aber dass sie hier natürlich ihr neues Album promoten wollen (welches hierzulande erst vor kurzem erschienen ist), kann man aufgrund der Qualität der Songs kein bisschen schlecht finden.

Nach 60 Minuten ging die Band von der Bühne, die Zugabe war leider etwas zu vorhersehbar, aber heutzutage ist es ja leider Standard, dass sie im Vorhinein eingeplant wird. Was sie dann im Endeffekt zu bieten hatte, war aber dennoch ein echter Höhepunkt, nach dem Hit Streets spielte die Band eine Extended Version des Songs Little Light und bewies, dass sie auch rein instrumental ordentlich was zu bieten hat.

Ich würde es ihnen auf jeden Fall gönnen, dass die Jungs von Kensington auf ihrer Tour im Herbst in größere Locations umziehen können und dass dann vielleicht doch ein wenig mehr deutsche Fans im Publikum sind.

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