REVIEW – RIVALS – FRITZ

KENSINGTON – RIVALS

Wie ein vergoldeter Taschenrechner

Hinter einem Bandnamen wie Kensington könnte sich Prunkvolles verbergen, schließlich denkt man sofort an den noblen Londoner Stadtteil. Genauso könnte sich aber auch etwas ziemlich Schnödes dahinter verbergen, gibt es doch auch einen Hersteller von Taschenrechnern und anderem Bürobedarf in Einheitsgrau mit diesem Namen. Nun, im ersten Moment erzeugt das neue Album der Holländer eine Art Mischbild aus beidem im Kopf. “Rivals” als musikalisches Gegenstück zu einem vergoldeten Taschenrechner.

Stadionrock à la Imagine Dragons

Übersetzt bedeutet das: Standard, aber Standard auf höchstem Niveau. Das Quartett aus Utrecht macht sich nichts aus großen Experimenten und Indie-Spirit. “Rivals” ist Stadionrock, der mit den Kings Of Leon und Imagine Dragons um den Headliner-Spot beim nächsten Megafestival buhlt. Dafür haben Kensington aber eben auch gute Chancen, der Konkurrenz diesen Platz abzujagen. “Rivals” überhäuft Euch mit Ohrwürmern und kräftigen Melodien. Sogar diesen leicht verwegenen, etwas tragischen Unterton kriegen Kensington aus ihren Song gekitzelt. Eine Zutat, die aus soliden Rocksstücken Welthits machen kann.

Ohne Ecken und Kanten

Wenn Ihr Rockmusik mögt, die am laufenden Band so reine Gefühle wie Sehnsucht, Fernweh, Liebe, Liebeskummer und all den anderen Herzenskram aus Eurem Innersten heraufbeschwört, dann seid Ihr mit dieser Platte gut beraten. Wenn Ihr Rockmusik mögt, die auch mal alle Fünfe gerade sein lässt und bei der zwei plus zwei drei ergeben, dann müsst Ihr Euch “Rivals” nicht unbedingt in den Schrank stellen. Wie gesagt: Musik, so schön und zweckdienlich wie ein vergoldeter Taschenrechner.

Fritz meint: 3/5

http://www.fritz.de/neues_wort/platten/2015/02/plattenkritik750.html