REVIEW – RIVALS – EMSKOPP

Aus dem aktuellen Emskopp: Unser CD-Tipp: Kensington mit dem Album “Rivals”
by Olaf Schnieders and Christoph Meyer

Olaf und Christoph aus der Redaktion haben sich beide das neue Album der Niederländer KENSINGTON zu Gemüte geführt, es ist am 13.02. in Deutschland erschienen und man darf jetzt gespannt sein, ob die Herren auch hierzulande so einen Erfolg haben wie in der Heimat. In Amsterdam verkauften sie innerhalb von 3 Tagen zwei Mal den Ziggo Dome aus, eine Konzerthalle mit 15.000 Plätzen! Hier unsere Einschätzung zur Platte:

In unserem schönen, flachen Nachbarland rumort es gerade gewaltig: Dort füllt eine hierzulande noch fast völlig unbekannte (Indie)Rockband riesige Hallen und dominiert die Charts: Kensington. Aus den Niederlanden. Schon wenn der erste Track aus den Boxen bläst, muss man bei der Stimme von Eloi Youssef an Caleb Followill von den Kings Of Leon denken, Kensington tritt zwar auf gewisse Weise in die Fußstapfen der US-Kollegen, hat aber von Anfang an einen eigenen, frischen und unverwechselbaren Stil, so viel sei jetzt schon gesagt. Direkt ohne lange Umschweife startet das Album gleich mit ihrem Superhit namens „Streets“, in Holland jeden Tag hunderte Male im Airplay und millionenfach geklickt im Netz. Ein fresher Rocksong mit sich in den Kopf bohrendem Refrain. Toll! Als nächstes war mir der Track „Riddles“ aufgefallen, startet erst schwerfällig um dann wieder in euphorische Atmosphären abzuheben, reißt mit. Dann wäre da noch das locker-flockige „War“, schön verspielt mit wunderbarem „oooh ohhh ohh ohh Refrain“. Auf dem Album gibt es generell keinen Durchhänger, lässt sich wunderbar komplett hören. Aber seltsam, bei allem Stadionsound und megafetten Hooklines, die die Jungs raushauen, sind sie aber doch irgendwie echt und klingen nie wie ein Plastik-Kunstprodukt was auf Verkaufszahlen und Mainstream getrimmt ist. Pop und eingängige Melodie sind das eine, aber die meinen das ernst und machen das aus Leidenschaft – das hört man. Im Februar kommt das Album auch hierzulande raus, es bleibt ihnen zu wünschen das sie hier ihren Siegeszug fortsetzen, wer so frische und mitreißende Gitarrenmusik macht hat es verdient! Läuft bei Kenington. Christoph Meyer (9/10)

Obwohl die Niederlande nur einen Steinwurf vom Emsland entfernt sind, kriegen wir hier von den kulturellen Eigenheiten unserer Nachbarn viel zu wenig mit. Kensington sind das passende Beispiel dafür. Ihr neues Album „Rivals“ kompiliert eine Sammlung schöner, durchweg radiotauglicher Pop-Rocksongs mit ordentlich Achtzigereinschlag, was schon Bands wie Coldplay groß gemacht hat. Da perlt es poppig aus den Speakern; doch man ahnt die Wucht der Live-Umsetzung. Nach hinten heraus entwickelt sich das Album. Mehr Ecken, mehr Kanten treten hervor; es wird rauer und charaktervoller, je näher man dem Titeltrack kommt, der gleichzeitig das Schlussmotiv des Albums markiert. Anspieltipp aus meiner Sicht: „Little Lights“ und eben jener Titeltrack „Rivals“. „Auch das zwischen diesen beiden platzierte „Words You Don’t Know“ verdient Erwähnung: Ein Up-Tempo Gitarren-Pop-Song mit schönen Gesangslinien und großer Melodie. Es gibt Momente mit diesem Album, in denen der Pop-Charakter beinahe überladend dominant wird, doch Kensington wissen das immer wieder durch das Riffing, die sicher gesetzten Delays und Effekte sowie die eindrucksvoll schöne gesangliche Umsetzung zu kompensieren. Olaf Schnieders (7/10)

Am 25.04. spielt Kensington live auf dem Rüt’n’Rock Festival in Meppen!

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